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Das Wunder von Falkenhain

Heute: Ulla und Eberhard Gatzsch (Gastronomen & Veranstalter)
Wer hätte das vor 20 Jahren gedacht? Vollbesetzte Reisebusse bahnen sich in Scharen den Weg durchs kleine Falkenhain, die bekanntesten Stars der Showbranche ebenso – und Fernsehteams und Journalisten führender Boulevardzeitungen suchen (und finden) hier ihre Stories. Sie alle haben nur ein Ziel: die Parkgaststätte von Ulla und Eberhard Gatzsch.
Achim Mentzel, Stefan Mross und Florian Silbereisen, Leni Staatz und Fred Schmidt, Karin Roth und Astrid Harzbecker, Gitte und Klaus, Petra Kusch-Lück und Roland Neudert, und, und, und ... – sie alle waren schon hier am Rande Falkenhains. Dort, wo es so richtig ländlich-beschaulich wird, ein verwunschener Schlosspark zum Spaziergang einlädt, man aber nicht unbedingt „Promis“ vermutet. Welch Geheimnis liegt über diesem Ort, der eine sonderbare Faszination ausübt und deutschlandweit in vieler Munde ist?
Märchenhaft beginnt die Geschichte wirklich: Vor 19 Jahren öffnete hier ein Getränkemarkt seine Pforten, mit dem Ulla Gatzsch, die langjährige Leiterin einer Betriebsverkaufsstelle am Tag der Währungsunion in die neue Ära startete. Die Versorgung aus der Garage wurde gut angenommen – doch Eberhard Gatzsch war sich sicher: „Das Provisorium muss etwas Handfestem weichen.“
Gesagt – getan: Der gelernte Schlosser und (damals noch) im Braunkohlentagebau tätige Mechaniker setzte seine Visionen um. 1992 stand eine nagelneue Gaststätte neben der Behelfslösung, die nun verschwand. Von Anfang an wollten die Gatzschs allerdings mehr als „Dorfkrug-Gastronomie“ – ihre Gäste sollten neben gutem Essen auch Kultur genießen dürfen.
Eberhard Gatzsch, bekannt für seine höheren Ansprüche, entwarf eigene Programme und ging „Klinken putzen“, zunächst in unserer Region, später bei Anbietern der in der „Neuzeit“ so beliebten Kaffeefahrten. „Heute kennt uns jeder, damals war’s gar nicht so leicht“, erinnert er sich an mühsame Anfangstage. Mit „Gitte & Klaus“ kamen die ersten Prominenten und mit ihnen der Durchbruch. Die einzigartige familiäre Atmosphäre bei den Gatzschs sprach sich herum in Künstlerkreisen. Der Knoten platzte endgültig, als der MDR hier eine Folge seiner Reihe „Hierzulande“ drehte. Am Abend der Erstsendung am 4. Dezember 2000 standen die Telefone nicht mehr still. Bis in unsere Tage ...
Nahezu täglich entsteigen den am Schlosspark haltenden Bussen Scharen von Unternehmungslustigen, längst aus ganz Deutschland. Und kommen gern wieder, denn Eberhard Gatzsch entwickelt immer neue Offerten.
Neben den erwähnten Musikveranstaltungen, die gern zur Winterzeit gebucht werden, sind es thematische Reisen – mittlerweile 17 an der Zahl. Sein jüngstes „Kind“ ist die „Altenburger Landpartie“, zuvor konzipierte er die „Dreiländerfahrt mit Dreiländeressen“. Als Partner versichern sich die Gatzschs zweier Reiseleiter, die unterwegs die Veränderungen erläutern, die sich im Leipziger Südraum vollziehen oder auf Seen- oder Flussfahrten begleiten. Sie zeigen auf Kremsertouren oder einer Fahrt mit der Kohlebahn Bemerkenswertes aus dem Altenburger Land oder lassen bei den beliebten Osterhasen- oder Baumblütenfahrten die Herzen ihrer Gäste höher schlagen.
Was Besucher noch bewundern dürfen: Eberhard Gatzschs „goldene Hände“. Seine üppigen, jahreszeitlich abgestimmten Dekorationen sind berühmt für ihren Perfektionismus, und seine Weihnachtsgestaltung der Räumlichkeiten erfordert gar sieben Tage Schließzeit. „In diesem Jahr dürfen es erstmals nur drei sein, alle anderen sind schon gebucht.“ Kein Wunder, wenn sich Uwe Jensen, Astrid Harzbecker und das Naabtal-Duo angesagt haben.
Allerdings sollte sich niemand von den vielen Bussen vor der Tür abschrecken lassen: „Anzurufen lohnt sich immer“, ermuntern die Gatzschs, „einige Restplätzchen finden wir meistens irgendwie“. Denn auch das Stammpublikum „der ersten Stunden“, jene also aus der unmittelbaren Nachbarschaft und der Region, liegt den beiden nach wie vor am Herzen. „Nicht nur zu Familien- oder Firmenfeiern, ebenso zu unseren regelmäßig angebotenen Aktionsessen beispielsweise.“


Autor: Ralf Miehle

Copyright © 2012 Parkgaststätte Falkenhain Gartenstraße 8 04610 Meuselwitz / OT Falkenhain